Commons einfach erklärt

 

Der Begriff Commons bezeichnet ein Beziehungssystem zwischen Menschen und Dingen, das auf verschiedenen Prinzipien (wie Kooperation, Kommunikation, Austausch, gemeinschaftliche Nutzung von Ressourcen und deren Erhalt und Pflege) und auf selbstbestimmten Regeln basiert. Commons bezeichnet nicht die Ressource selbst, sondern vielmehr eine bestimmte Art des Umgangs von Menschen miteinander und mit Ressourcen. Charakteristische Merkmale sind ein gerechter Zugang, gemeinsames Kümmern um den Erhalt und die Nutzung einer Ressource.

 

 


Bausteine einer Gemeingüter/Commons Architektur

 

Gemeingüter fügen sich zusammen aus drei Grundbausteinen: den Baustoffen, den Menschen sowie den Regeln und Normen, die es ermöglichen, alle Komponenten zu verbinden.

 

 

Der erste Baustein ist materiell.

Er bezieht sich auf die Ressourcen selbst: das Wasser, den Boden, den genetischen und den Softwarecode, das Wissen, die Algorithmen und kulturelle Techniken; ebenso auf die Zeit, über die wir verfügen, und natürlich die Atmosphäre. All das sind «Gemeinressourcen» oder «Allmenderessourcen» (engl. «common pool resources»). Jeder Mensch hat das gleiche Recht, sie zu nutzen.

 

Der zweite Baustein ist sozial.

Er verweist auf die Menschen, die diese Ressourcen in Anspruch nehmen. Die Idee der Gemeingüter ist ohne die Bindung an konkret handelnde Menschen in bestimmten sozialen Umgebungen nicht denkbar. Wissen kann von Menschen genutzt werden, z.B. um eine Diagnose zu stellen oder um zu heilen. Kulturtechniken können genutzt werden, um Neues zu produzieren. Die Gemeinschaft («Community») oder alle jene Menschen, die gemeinsam eine Ressource nutzen, machen Ressourcen zu Gemeingütern.

 

Der dritte Baustein ist regulativ.

Er umfasst die Regeln und Normen, die im Umgang mit Gemeingütern gelten. Allerdings ist es ein Unterschied, ob die Nutzung von Bytes und Informationen geregelt werden muss oder jene natürlicher Ressourcen wie Wasser und Wald. Der Umgang mit all diesen Dingen nimmt unterschiedliche Formen an. Doch gemeinsam ist ihnen, dass sie von jeder Nutzergemeinschaft weitgehend selbst bestimmt werden sollten. Das gelingt nur, wenn eine Gruppe von Menschen ein gemeinsames Verständnis vom Umgang mit einer Ressource entwickelt. Den komplexen sozialen Prozess dahinter bezeichnet der Historiker Peter Linebaugh als «commoning». In der Wissenschaft wird das als Institutionalisierung der Gemeingüter aufgefasst. Aus diesem «commoning» ergeben sich die in oft konfliktreichen Prozessen auszuhandelnden Regeln und Normen.

 


 

Vergleich Marktlogik / Commonslogik

(Ein Klick auf die Grafik und sie erscheint groß und gut lesbar)

 


Eine sehr ausführliche Beschreibung von den Commons findet sich hier:

 

Commoning

Zur Kon-struktion einer konvivialen Gesellschaft

 

Im Rahmen der Diskussion um das 'Konvivialistische Manifest' haben sich einige Mitglieder des Commons-Instituts für einen gemeinsamen Schreibprozeß zusammengetan und diese Beschreibung von Commons und Commoning geschaffen.