Gesellschaftliche Fragestellung in der Literatur: 'Völlig utopisch'

Buchbesprechung/Buchempfehlung

 

Taschenbuch: 271 Seiten

Verlag: Pantheon Verlag (2014)

Sprache: Deutsch

ISBN-10: 3570552446

ISBN-13: 978-3570552445

 

 

Diesmal möchten wir auf das Buch mit dem Titel 'VÖLLIG UTOPISCH' hinweisen, in welchem der Herausgeber Marc Engelhardt 17 Beispiele einer besseren Welt zusammengetragen hat. Er selbst - sowie die Autoren der Beispiele - sind Teil des Weltreporter.net, dem größten Netzwerk freier deutschsprachiger Auslandskorrespondenten. Auch dieses Netzwerk ist eine kleine Utopie:

ca. 40 freie Korrespondenten sind in der ganzen Welt unterwegs und tragen das zusammen, was ihnen wichtig erscheint. Laut Engelhardt 'lassen sie sich nicht in irgendwelche Formate oder Vorgaben einsperren'.

 

Utopia, das ist kein Ort, das ist vielmehr ein dynamischer Prozess.

Das ist, wenn sich immer neue Möglichkeiten auffächern. 

Shuki Levinger, Co-Gründer eines integrativen Kibuzz in Israel

 

Was allen Beispielen zugrunde liegt, sind 3 tragende Säulen: Freiheit, Gleichheit und Respekt. Diese Werte werden auf der ganzen Welt als wertvoll angesehen. Nur nach ihnen gelebt wird leider nicht so häufig. Um so mehr Freude macht es, beim Lesen des Buches zu erkennen, dass diese Werte in den beschriebenen Projekten gelebt werden.

 

Eine gute Inhaltsangabe gibt der Buchklappentext:

 

"Die immer engmaschigeren Lebensprinzipien einer globalisierten Wirtschaftsordnung scheinen kaum mehr Alternativen und Visionen zuzulassen. Zugleich wächst die Sehnsucht nach Bedeutung, Anerkennung und Gemeinschaft in einem zunehmend unüberschaubaren Weltgefüge. Und tatsächlich gibt es sie: Projekte und Gegengesellschaften, in denen sich am Rande der Globalisierung Menschen mit Abenteurergeist und Chuzpe den Traum eines besseren Lebens im Hier und Jetzt erfüllen, und dabei nicht selten den etablierten Staaten an den Karren fahren. Marc Engelhardt und weitere Weltreporter haben solche Utopien weltweit besucht, von Argentinien bis Namibia, von Anarchie bis Nachhaltigkeit, von Liebe und Kreativität über Güte bis zur Informationsfreiheit. In Dänemark, Indonesien und Neuseeland."

 

Dieses Buch ist nicht nur eine kurzweilige Unterhaltung, sondern auch ein klarer Anzeiger dafür, dass es ohne ver-rückte Lebensexperimente nicht mehr funktioniert in unserer Welt. Denn diese Experimente sind Wege oder Möglichkeiten, um aus den Krisen und Konflikten dieser Zeit heraus zu finden.

 

Im Vorwort von Ilija Trojanow heißt es dazu:

'Die Revolution von morgen beginnt schon heute im Kleinen, das illustriert diese Sammlung von Reportagen aus aller Welt, in Strukturen, Netzwerken, Nischen, die Gegenentwürfe praktizieren und vorleben. Trotz eines Systems, das Eigennutz und Gier belohnt, erleben wir täglich solidarisches Handeln, gegenseitige Hilfe, gemeinschaftliche Lösungen.'

 

Fazit:

Ein Buch voller differenzierter Reportagen darüber, dass eine andere Gesellschaftsform / eine andere Welt möglich ist ! Eine Motivation, selbst ein Projekt anzufangen.

 

Hier ist noch ein Interview des Autors Marc Engelhardt mit Marietta Schwarz zu finden.

 

 

Autor: Stefanie Haupt

 

 

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