Gesellschaftliche Transformation in der Musik: 'Pylon'

Musiktipp

 

'Pylon' von Killing Joke

 

Zum gesellschaftlichen Wandel gehört auch das zu Grabe tragen des alten Systems. Wer könnte das besser zelebrieren, als die Altmeister der düsteren Post-Punk Hymnen - KILLING JOKE…!?! Die Band aus London/UK war im November 2016 anläßlich ihres aktuellen Albums „Pylon“ gerade auf Deutschland-Tour. „Pylon“ (2015) ist der Abschluss einer Trilogie, zu der bereits die Alben „Absolute Dissent“ (2010) und „MMXII“ (2012) gehörten.

Jedes der drei Alben beschäftigt sich mit verschiedenen Aspekten des gesellschaftlichen Niedergangs, menschlich, emotional, ethisch, moralisch, politisch, religiös, mythologisch und materiell-wirtschaftlich gesehen. Ihre Einsicht: Kapitalismus ist lebensgefährlich! Dabei ist es gleichgültig, ob man das bereits verstanden hat oder nicht. Der Alltag in dieser Gesellschaftsform nimmt auf das Individuum keine Rücksicht.

 

Auf „Pylon“ rückt die Band ins Bewusstsein, das wir selbst es sind, die die Verhältnisse ständig reproduzieren. Der Niedergang des Alten ist einer des Kollektivbewusstseins, dessen Zerfall offenkundig ist („Dawn Of The Hive“). Die Anbetung von Macht und Unterwerfung mündet in narkotisierender Euphorie für Realitätsferne, obskure Theorien und Ideologien („Euphoria“). Die nicht zu lösenden wirtschaftlichen Widersprüche erzeugen nur immer neue politische Konflikte, die zu einem erneuten Kalten Krieg geführt haben („New Cold War“), der in machen Regionen der Erde schon heiß ausgetragen wird („War On Freedom“). Dann zählt nur noch, wer die größte Kanone hat („Big Buzz“).

 

Doch wenn wir es selbst sind, die letztlich die Fäden in der Hand haben, müssen wir nur die Flamme in uns entzünden, um Begeisterung, Kraft und Lebensmut zu entwickeln, um etwas Besseres zu schaffen („I Am The Virus“). Du selbst bist metaphorisch gesprochen der Virus, der das Alte absterben lassen kann, um dann in eine noch unbekannte, neue Welt aufzubrechen („Into The Unknown“).

 

Anspieltipps:

1. „Euphoria“

2. „New Cold War“

3. „I Am the Virus“

 

Die Band-Diskographie findet sich hier.

 

 

Autor:   Holger Roloff

 

 

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