Gesellschaftliche Fragestellungen in der Literatur:   'Planet der Habenichtse'

Planet der Habenichtse - Cover

 "PLANET DER HABENICHTSE"

 

Buchbesprechung/Buchempfehlung

 

Ursula K. Le Guin

Originaltitel: "The Dispossessed "  von 1974

 

Gesellschaftliche Fragestellungen in der Literatur gibt es nicht erst seit heute. Besonders in der Gattung Science Fiction tauchen philosophische und utopische Darstellungen vermehrt auf. Es wurden - dem Genre entsprechend - schon vor Jahrzehnten sowohl anthropologische als auch erst heute richtig relevante gesellschaftliche Fragestellungen gleichermaßen vorweg genommen. Geschichten mit Robotern und künstlicher Intelligenz beispielsweise, finden sich recht häufig. Umso interessanter, sich solche Ideen mal genauer anzusehen.

Zum Auftakt dieser neuen Kategorie möchten wir auf einen der zahlreichen Romane von Ursula K. Le Guin hinweisen. Er wurde im englischsprachigen Original mit dem Titel THE DISPOSSESSED (zu Deutsch „Die Enteigneten“) erstmals 1974 veröffentlicht. In Deutschland wurde der Roman bekannt als PLANET DER HABENICHTSE.

 

Das Buch stieß seinerzeit auf starke Resonanz und wurde daher in verschiedenen Editionen (mit verschieden illustrierten Buchumschlägen, s. Abb.) auch immer wieder aufgelegt. Es gibt im Internet einige Auseinandersetzungen mit dem Inhalt und sogar einen eigenen deutschen Wikipedia-Eintrag.

Planet der Habenichtse - verschiedene Cover

 

Die Geschichte spielt auf zwei bewohnten Planeten in einem Sonnensystem. Der eine - Urras - ist grün und lebensfreundlich, voll mit nutzbaren Rohstoffen, reichlich Wasser, klarer Luft und ursprünglich intakter Natur. Ideal für Menschen. Die Parallelen zur Erde sind beabsichtigt. Der andere Planet namens Anarres ist ein Mond von Urras, eher trocken mit staubigen Winden, bietet er deutlich weniger Möglichkeiten. Dort ist das Leben ungleich härter. Dennoch sind die Bewohner sehr erfolgreich und glücklich.

 

Der erzählte Stoff ist so angelegt, dass die Autorin einen Haupthelden von Anarres ins Rennen schickt. In einem Erzählstrang wird dessen Leben unter den erschwerten Bedingungen seines Planeten erzählt. In einem anderen Strang tritt er eine Reise nach Urras an, und stößt dort auf eine in jeder Hinsicht völlig andere, blühende Welt. Dennoch wachsen dort die Schwierigkeiten. Viele Bewohner sind unzufrieden. Es gibt reich und arm. Es stehen Aufstände der Bewohner bevor, die gegen die bestehenden Verhältnisse aufbegehren wollen.

 

Der Grund liegt in der Lebensweise. Urras ist warenförmig und vorrangig kapitalistisch organisiert. Die dortige Gesellschaftsform beruht auf Besitz, Macht und Tausch.

 

Wie gelingt es den Bewohnern des kargen Anarres dann trotzdem auf ihrem Planeten so gut zu überleben?

Welchem anderen Grundprinzipien folgen sie?

 

Ursula K. Le Guin

Ursula K. Le Guin gilt als Meisterin phantastischer Erzählungen. Sie glänzt sprachlich mit Ausdruckskraft und Fantasie. PLANET DER HABENICHTSE  zählt neben weiteren Werken der Autorin zu den Genre-Klassikern der Science Fiction-Literatur.

 

Da das Buch nicht in einer aktuellen Auflage erhältlich ist, lohnt es sich auf Flohmärkten zu stöbern und danach Ausschau zu halten oder im gut sortierten Antiquariat zu fragen. Eine Inhaltliche Auseinandersetzung findet sich u.a. hier.

 

Autor:    Holger Roloff

 

 

 

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