Politik des Lebens

 In diesem Beitrag beziehe ich mich auf ein Interview zwischen Andreas Weber (Philosoph und Biologe) und Johannes Heimrath erschienen in der OYA 35/2015: 'Die eingehegte Welt ist eine Zombie-Welt' in dem sehr schön deutlich wird, dass wir mit den Commons die Lebendigkeit des Lebens wählen, während das kapitalistische System (kS) auf Dauer die todbringende Wahl ist. Meine favorisierte Analogie des Kapitalismus' ist das Feuer aus dem alten Teekesselchen-Spiel: Es braucht immer Nahrung - es frisst und frisst und frisst - und wenn es nichts mehr zu fressen hat, dann stirbt es und hinterlässt nur verbrannte Erde !

A. Weber weist auf einen gravierenden Unterschied beider Systeme hin:

'Objektivierung heißt Kontrolle – des Ich und des Anderen; lebendig wahrzunehmen hingegen heißt loslassen.'

will heißen: die Abstraktion mit der das kS 'alles was ist' betrachtet, funktioniert nur, wenn Mensch sich von allem Lebendigen abspaltet - so als würde er/sie nicht dazugehören und als würde er/sie das Lebendige nicht zur Existenz benötigen. Aus diesem Blickwinkel erscheint die Misshandlung von Erde, Menschen und Tieren als nicht sonderlich gravierend - denn es berührt Mensch ja nicht. Mensch sieht sich als gottgleicher Kontrolleur der Szenerie.

 

Baum mit Rose

Im Gegensatz dazu funktionieren Commons nur mit der Natur und allem Lebendigen in Kooperation und Vertrauen ineinander/untereinander. Indem Mensch sich bewußt ist, dass er/sie ein Teil dieses Lebensgeflechtes namens 'Planet Erde' ist und dass jede seiner/ihrer Handlungen eine Wirkung auf das gesamte System hat. Wenn Mensch damit verantwortungsvoll umgeht, dann können Commons als System-Prinzip den Schlüssel zur Reparatur der im kS erzeugten Schäden bieten und zum Aufbau eines gänzlich anderen Gesellschaftssystems wirksam genutzt werden:

 

'Lebendigkeit .... muss aus den einzelnen Allmenden wachsen wie Kristalle. In den letzten 500 000 Jahren haben Allmenden es den Menschen erlaubt, so an der Welt teilzuhaben, dass Zugehörigkeit, Versorgung, Vielfalt und Sinn entstehen. Daraus können wir Prinzipien ableiten, die das Rohmaterial einer zweiten Aufklärung bilden könnten.'

 

Das Zitat von Václav Havel

»Hoffnung ist eben nicht Optimismus, ist nicht Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat – ohne Rücksicht darauf, wie es ausgeht.«

welches zum Ende des Interviews erwähnt wird, weißt darauf hin, dass keiner sitzen und warten sollte, dass sich die (ihm/ihr nicht-gefallende Welt) von selbst ändert. Wer Sinn in den Commons und seinen Prinzipien für die Verbesserung der Welt sieht - der sollte sich nicht scheuen in die Handlung zu gehen und Commons voran zu treiben - in dem Bereich, der ihm/ihr liegt und entspricht. Und davon gibt es Millionen - Ausreden gelten also nicht mehr ;-)


Wann fängst Du an ??

 

 

Weitere Infos:

Video-Statement zur 'Ökonomie als Praxis der Lebendigkeit'
Website
von Andreas Weber

 

 

Autor:   Stefanie Haupt

 

 

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